Im Rahmen des Praxisprojektes erstellten Studierende der FH-Burgenland Anforderung für die Entwicklung einer IT-Anwendung. Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) leitet mehrere Krankenhäuser und Pflegewohnheime in und um Wien. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verwalten die Daten der Patientinnen und Patienten sowie die internen Ressourcen im Krankenhausinformationssystem (KIS). Für die Installation und Verwendung der unterschiedlichen KIS-Module soll eine digitale, grafische KIS-Applikationslandkarte entwickelt werden. Das Projektteam erarbeitete ein Visualisierungskonzept für die entsprechenden IT‑Kennzahlen und leitete daraus ein Datenmodell ab. Zusätzlich konnte die ursprünglich geforderte Informationslandkarte zu einer Wissenslandkarte erweitert werden.

Grafik_PraxisP_KAV_breit
Aus Daten entsteht eine Wissenslandkarte (Grafik by @maex_cer /CC-BY 4.0; Quellen CC0 via pixabay.com)

Entwicklung der KIS-Applikationslandkarte

Die IT-Abteilung des KAV (KAV-IT) verwaltet bisher den aktuellen Stand der Installation und Verwendung (Ausrollungsgrad) der einzelnen KIS-Module in einer historisch gewachsenen, relativ unübersichtlichen Form: in einem Programm für Tabellenkalkulationen (Implementierungslandkarte); Damit gelingt es nicht die notwendigen IT-Kennzahlen in übersichtlicher Form zu visualisieren. Die Lösung soll die Entwicklung einer KIS‑Applikationslandkarte sein, die den Anforderungen einer Informationslandkarte entspricht und den Ausrollungsgrad der KIS‑Module grafisch darstellt. Dafür ist ein entsprechend konzipiertes Datenmodell zur Erfassung der relevanten Informationen notwendig.

Das Praxisprojekt

Ein innovatives Team des KAV hat sich entschlossen die KIS-Applikationslandkarte als Praxisprojekt mit Studierenden am Masterstudiengang „Angewandtes Wissensmanagement“ der FH-Burgenland zu entwickeln. Das Projekt wurde ursprünglich als IT-Projekt in den Bereich der Darstellung von Kennzahlen eingestuft. Beim Kick Off-Meeting konnte festgestellt werden, dass es sich nicht nur um eine Informationslandkarte, sondern auch um eine Wissenslandkarte handeln soll. Deshalb wurde das Projekt als „Erstellen einer Wissenslandkarte“ angesehen. Die angehenden Wissensmanager/-innen konnten also ihr Expertenwissen optimal einbringen.

Schon in der Vorprojektphase wurde festgestellt, dass der verfügbare Umfang des Praxisprojektes die komplette Entwicklung der KIS-Applikationslandkarte nicht ermöglichte. Das ursprünglich geplante Umsetzungsprojekt entwickelte sich somit zum Konzeptionsprojekt, wobei die Anforderungen für die KIS-Applikationslandkarte definiert wurden. Ohnehin ist das Anforderungsmanagement (Requirements Management/Engineering) ein Teilbereich des Studiums an der FH-Burgenland.

PraxisP_KAV_PSP_Logo
Projektstrukturplan (by @maex_cer /CC-BY 4.0)

Die Methoden und Inhalte wurden aus dem Stand der Forschung über

abgeleitet.

Die Phasen des Projektstrukturplans (siehe Abbildung) orientierten sich am Konzept zur Erstellung von Informationsarchitekturen und gliederten sich in:

  • IST-Zustand erheben,
  • SOLL-Zustand definieren und
  • Konzept erstellen.

Als Projektmanagement-Software wurde „aceproject“ ausgewählt.

Die Umsetzung

In der ersten Phase (IST-Zustand erheben) führte das Projektteam eine Umfeldanalyse in den Teilbereichen Kontext, Inhalt und Benutzer durch. Damit wurde anhand der bestehenden Implementierungslandkarte die Einbettung in die Prozesse und die Anknüpfung an die Schnittstellen des Unternehmens evaluiert. Diese erste Phase bildete die Grundlagen für die weitere Entwicklung des Projektes im nächsten Schritt: SOLL-Zustand definieren.

Hier wurden nun die konkreten Anforderungen für die neue KIS-Applikationslandkarte erarbeitet. Dabei wurden in den entsprechenden Arbeitspaketen folgende Produkte erstellt:

  • ein Rollen- & Berechtigungskonzept,
  • ein Visualisierungskonzept und
  • ein Datenmodell;

Neben den geforderten Informationen für die IT-Kennzahlen (Ausrollungsgrad) erweiterte das Team das Datenmodell mit Kontaktdaten von Experten der Betriebseinheiten und Intranet-Quellen für Lernmaterialien der KIS-Module. Durch diese Ergänzung von Wissensträgern (personell und materiell) konnte die KIS-Applikationslandkarte zu einer Wissenslandkarte entwickelt werden.

PraxisP_KAV_Wireframe_KH_Hietzing_Logo
Wireframe des Visualisierungskonzepts (by Chung-I Wu /CC-BY 4.0)

In der letzten Phase des Projekts stellte das Team ein Konzept zur Entwicklung der KIS-Applikationslandkarte vor und fasste die Anforderungen aus der vorherigen Phase zusammen. Dabei wurden unterschiedliche Vorgehensmodelle aus dem IT-Projektmanagement verglichen. Mit der Anwendung  „QlikView“ testeten das Team die Möglichkeiten der Visualisierung für das entwickelte Datenmodell.

Fazit

Dieses IT-Projekt hatte auf den ersten Blick nur am Rande etwas mit Wissensorganisation zu tun. Trotzdem konnten die Studierenden ihr Expertenwissen als angehende Wissensmanager und Wissensmanagerinnen einbringen. So wurden für den KAV die Anforderungen für eine Software-Applikationslandkarte definiert. Zu Beginn war ein Datenmodell für die Visualisierung von IT‑Kennzahlen als Informationslandkarte gefordert. Daraus hat sich eine Wissenslandkarte zur Vernetzung innerhalb des Unternehmens entwickelt. Zusätzlich zum Datenmodell wurden Rollendefinitionen, sowie ein Berechtigungs- und Visualisierungskonzept erstellt.

Ich durfte die Herausforderung annehmen, das Projekt zu leiten:

Ich möchte mich ganz herzlich bei meinem Projektteam für die tolle Zusammenarbeit bedanken. Dem KAV-Team danke ich für die offene Aufnahme und die professionelle Projektabwicklung. Für uns Studierende hat sich eine praxisorientierte Lernumgebung ergeben, in der wir wertvolle Erfahrungen sammeln konnten.

 

relevante Blog-Beiträge

KIS KAV MAP – Wissensaspekte zu einer Informationsvisualisierung

mooc4book – make the mooc and take the book

Praxisprojekt „E-Taxilenkerausbildung im Burgenland“

 

Im KAV-Praxisprojekt zur Wissenslandkarte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.